Klima- und Ressourcenschutz unter dem Eindruck der Corona-Pandemie
"Mit der Corona-Krise verschwinden nicht einfach andere, bereits bestehende Herausforderungen der Menschheit. Ganz im Gegenteil: Corona schärft noch einmal den Blick auf grundlegende Bedrohungen wie den Klimawandel und das Artensterben sowie die Notwendigkeit, hier nun endlich und entschieden zu handeln. […]
Geld, das nun und mehr noch in den bald anlaufenden Konjunkturpropgrammen in die Hand genommen wird, ist jedoch verlorenes Geld, wenn es nicht Resilienz und Nachhaltigkeit im gesamten System wirtschaftlicher Aktivitäten schafft. […]
Mit dem zu erwartenden ökonomischen Schub ergibt sich somit auch die historische Verantwortung einer echten Weiterentwicklung von Energie-, Ernährungs- und Verkehrswende jenseits der bisherigen inkrementellen und unzureichenden Veränderungen. Notwendig ist dabei eine transparente Kostendiskussion, welche die massiven externen Kosten von Klima- und Umwelt- und nicht zuletzt auch die daraus resultierenden Gesundheitsschäden berücksichtigt. Der Abbau von direkten und indirekten Subventionen speziell imBereich der nicht-nachhaltigen Stoff- und Energiekreisläufe sollte jetzt angegangen werden, während die weitere Zementierung nicht-nachhaltiger und emissionsintensiver Infrastruktur unbedingt zu vermeiden ist."
Zitat aus dem Gastbeitrag "Der Schock hat System" von Christoph Rosol (Leiter der Forschungsgruppe "Anthropozän" am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte), Jürgen Renn (Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte) sowie Robert Schlögel (Direktor am Fritz-Haber Institut für Wissenschaftsgeschichte) in der Süddeutschen Zeitung vom 15. April 2020. Die Autoren waren an der Erstellung der dritten Ad-hoc Stellungnahme der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina "Coronavirus-Pandemie - Die Folgen der Krise nachhaltig überwinden"
beteiligt.
Europa soll bis 2050 klimaneutral werden – das sieht der „Grüne Deal“ der EU-Kommission vor. Es ist der Schwerpunkt der politischen Agenda der neuen EU-Kommission. Dieser sieht massive Investitionen für die Finanzierung der Wende sowie einen 'Just Transition Mechanism‘ mit Hilfsgeldern für besonders CO2-abhängige Regionen vor.